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Was Sie tun können, wenn Ihre Katze unsauber ist…

stilleoertchenIn nicht wenigen Katzenhaushalten müssen sich Katzen- besitzer damit auseinandersetzen, dass ihre Katze, statt die Katzentoilette zu benutzen, Urin und/oder Kot irgendwo in der Wohnung absetzt. Um den sich daraus in der Folge entwickelnden Konflikt im Zusammenleben mit Ihrer Katze zu entschärfen, möchte ich Ihnen diese Ratgeber empfehlen.

Alles, was Sie grundsätzlich über Katzentoiletten wissen sollten, vermitteln Ihnen kurzgefasst der Katzenklo-Survival-Guide der Kollegin Sabine Schroll oder etwas ausführlicher, aber sehr anschaulich beschrieben, das kleine Büchlein „Stille Örtchen für Stubentiger“ von Christine Hauschild.

Natürlich stehen auch wir Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite, vereinbaren Sie, wenn nötig, einen Termin.

Damit Ihre Katze gern zu uns kommt…

Für nicht wenige Katzenbesitzer stellt der Transport des eigenen Tieres zum Tierarzt ein großes Problem dar. Als hätte die Katze das Telefonat des Tierhalters mit der Tierarztpraxis zwecks Terminvereinbarung mitangehört, verstanden und sich, dem Besitzer gleich, den Termin gemerkt, ist sie zum geplanten Termin verschwunden oder nur mit allergrößter List, wenn überhaupt, zum Einstieg in den Transportkorb zu bewegen….

Wie Sie sich und Ihrer Katze zukünftig diesen Stress ersparen können, versucht Ihnen die Tierärztin Celina del Amo in einer für den WDT (Wirtschaftsgenossenschaft Deutscher Tierärzte) erstellten Broschüre  aufzuzeigen.

Muss ich Welpen die Treppe rauf und runter tragen?

Welpen und der Mythos TreppeUm die Aufzucht von Welpen ranken sich viele Mythen. Sehr häufig wird dem Welpenkäufer schon vom Züchter geraten, seinen Hund bis zu einem halben Jahr die Treppe sowohl rauf, wie auch runter zu tragen.

Prof. Fischer, Zoologe und Evolutionsbiologe an der Friedrich Schiller Universität in Jena hat sich in sehr humorvoller Weise der Beantwortung dieser Frage gestellt:

Muss ich Welpen die Treppe rauf und runter tragen
Prof. Dr. Martin S. Fischer, M.S. 2012
 in Gkf Info 36: 27-29

Vor kurzem wurde ich gefragt, wie lange ich meine Kinder eigentlich die Treppe noch rauf und runter tragen werde. Ich antwortete, dass ich dies bis zur Verknöcherung der Wachstumsfugen also bei Mädchen und Jungen etwas unterschiedlich bis zum 16.-19. Lebensjahr tun würde, dann sei ja schließlich das Skelett erst ausgreift. Vor allen Dingen das späte Ausreifen des Oberschenkels erlaube hier keine Kompromisse!
Selbstverständlich habe ich auch alle meine Welpen das erste Jahr die Treppe rauf und runter getragen. Zugegebenermaßen habe ich seit Jahren starke Rückenschmerzen, aber was tut der Mensch nicht alles für seine Lieben. Beim Hund habe ich in etwa 1083 blogs zudem gelesen, dass seine Muskeln erst spät ausreifen, zwar kann ich mir unter „Muskelreifung“ nichts vorstellen, aber sicher diejenigen, die es im Internet geschrieben haben.

Richards und Koautoren haben 2010 einen interessanten Aufsatz veröffentlicht, der einmal mehr zeigt, wie gefährlich es ist, von sich (Mensch) auf andere (hier Hund) zu schließen. Während beim Menschen der Hauptbewegungsumfang beim Treppensteigen im Knie- und Hüftgelenk auftritt, löst der Hund dieses Problem durch eine erhöhte Bewegung (vor allem Dorsalflexion) im Sprunggelenk. Futsch alle Überlegungen zur Schonung des Hüftgelenkes von Hunden beim Treppentragen. Aber Hand auf’s Herz, kennen Sie viele Hunde, bei denen durch ihre treppensteigende Jugend später Beschwerden im Sprunggelenk auftreten oder musste dies nicht erklärt werden.

Eine Bemerkung zum Wachstum: der Zeitpunkt des Wachstumsendes ist selbst bei Wurfgeschwistern sehr unterschiedlich. Schon vor 50 Jahren hat Weise gezeigt, dass nach 166 Tagen das erste Wurfgeschwister ausgewachsen war, aber erst nach 220 Tagen das letzte. Allerdings war der Hund, der die längste Wachstumsphase aufwies, nicht das größte Tier, dieses war bereits mit 177 Tagen ausgewachsen. Die Dauer des Wachstums ist also nicht der entscheidende Faktor für die Größe eines Hundes.

Eine Bemerkung zur Muskelreifung: Bei neugeborenen Welpen sind 90-95 Prozent der Muskelfasern noch undifferenziert. Die wenigen, schon differenzierten Fasern sind sehr große rote Fasern, die nach vier bis fünf Wochen wieder verschwinden. Bis zur vierten Woche ist eine allmähliche Differenzierung der Fasern erkennbar, und es treten die üblichen roten und weißen Fasern auf. Bis zur zwölften Woche ist dann das Verteilungsmuster des erwachsenen Hundes vorhanden. Die Entwicklungszeit der Muskelfasern ist in den verschiedenen Muskeln nahezu gleich. Es stimmt nicht, dass Welpen viele weiße Fasern und adulte Hunde viele rote Fasern besitzen und dass die Muskelreifung bis zu einem Jahr dauert.

Eine Bemerkung zur Stoßbelastung: Beim Galopp, beim Kurvenrennen, beim Springen und in einer Vielzahl von anderen Belastungssituationen treten Kräfte auf, die ein mehrfaches des Körpergewichtes betragen können. Prieur (1980) hat bei einer mäßigen Geschwindigkeit von 7 km/h bei einem 30 kg schweren Hund bereits eine Belastung des Hüftgelenkes gemessen, die das Sechsfache des Körpergewichtes betrug.  Gleichzeitig wird beim Vierfachen des Körpergewichtes nur 55 Prozent der Gelenkfläche am Oberschenkelkopf ausgenutzt (Lieser 2003). Der Körper des Hundes und seine Gelenke sind darauf eingerichtet, auch ungewöhnliche Kraftspitzen abzufangen.

Wenn ich hier die Meinungen zum Treppensteigen von jungen Hunden hinterfrage, dann ist selbstverständlich klar, dass es für den Hund nicht anderweitig gefährdende Situation geben kann. Eine glatte, offene Treppe, auf der ein Hund – auch wenn er schon älter ist – stürzen kann ist wie jede traumatische Situation zu vermeiden. In unserem Buch „Hunde in Bewegung“ haben wir im Vorwort geschrieben: „Wenn das Wissen unzureichend ist, bilden sich Meinungen.“ Leider gibt es keine einzige Studie, welche den Einfluss des Treppensteigens bzw. Treppentragens auf die spätere Entwicklung des Bewegungsapparates des Hundes untersucht hat, wir können also den vielen Meinungen kein gesichertes Wissen entgegenhalten, aber umgekehrt, beruhen auch die Meinungen nicht auf irgendeinem haltbaren Befund. Es kann also jeder selber entscheiden, wie er es mit dem Treppentragen seines Hundes hält, aber andere belehren darf er nicht – und es gibt auch die „fürsorgliche Belagerung“ (Heinrich Böll). Mit anderen Worten, Fürsorge ist in Ordnung, man kann sie aber auch trefflich übertreiben!

Ich danke Herrn Prof. Dr. Fischer für die freundliche Genehmigung, diesen Text zu veröffentlichen.

Referenzen
M.S. FISCHER & LILJE, K. (2011): Hunde in Bewegung. Verlag VDH und Kosmos.
LIESER B. (2003): Morphologische und biomechanische Eigenschaften des Hüftgelenks (Articulatio coxae) des Hundes (Canis familiaris). Diss.med.vet. Veterinärmedizinische Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München.
PRIEUR W. D. (1980): Coxarthrosis in the dog part I: Normal and abnormal biomechanics of the hip joint. Vet. Surg. 9, 145-149.
J. RICHARDS, P. HOLLER, B. BOCKSTAHLER, B. DALE, M. MUELLER, J. BURSTON, J. SELFE and D. LEVINE (2010): A comparison of human and canine kinematics during level walking, stair ascent, and stair descent. Wien. Tierärztl. Mschr. – Vet. Med. Austria 97 (2010), 92 – 100.

Let´s talk Cat!

Miez, Miez - na komm!Wie schnell doch die Zeit vergeht….
Seit dem Erscheinen der Erstauflage des Katzenbuches „Miez, Miez, ….na komm“ empfehle ich Patientenbesitzern und Freunden dieses kleine Büchlein als Pflichtlektüre. An meiner 2002 auf www.vet-doktor.de verfassten Rezension muss ich nach all den Jahren nichts ändern. Es ist das Buch für Katzenhalter und solche, die es erst werden wollen.

Let’s talk Cat!
Sabine Schroll liefert mit ihrem Buch „Miez, Miez – na komm“ den „grammatikalischen“ Hintergrund, nicht nur zum Verstehen der Katzensprache, sondern vielmehr zum Verständnis der Spezies Katze.
Auf 189 Seiten setzt die Autorin sich kritisch mit der Frage nach einer artgerechten Katzenhaltung in der Wohnung auseinander. Aufgrund ihres Fachwissens und ihrer Erfahrung als Tierärztin mit dem Schwerpunkt Verhaltensberatung und Therapie kann sie Ideen vorstellen, die ein verantwortungsvolles und harmonisches Miteinander von Katze und Mensch auch unter den beengten räumlichen Verhältnissen einer Wohnungshaltung ermöglichen. Zuerst wird ganz allgemein das Für und Wider der Katzenhaltung abgewogen, dann hilft die Autorin mittels Vorstellung der verschiedenen Katzentypen bei der Auswahl der „passenden“ Katze. Gerade die gelungenen Gegenüberstellungen von Rassekatze/Hauskatze, Kater/Kätzin, jung/alt, Erstbesitz/ Secondhand helfen dem zukünftigen Katzenbesitzer, zu überprüfen, ob sich einerseits seine Erwartungen an das Haustier Katze erfüllen können und er andererseits auch bereit ist, den Bedürfnisse des Haustieres Katze Rechnung zu tragen.

Um zu verdeutlichen, wie Katzen ihre Umgebung erleben, werden die Sinnesorgane der Katze vorgestellt. Der Leser erfährt, dass Katzen anders als wir, „Bilder nicht nur sehen, sondern auch hören“ können. Um Katzen besser verstehen zu können werden dann sowohl stimmliche, als auch körperliche Ausdrucksmöglichkeiten beschrieben. Der Versuch, „ein (für uns) lautlose Miau“ hörbar, bzw. fühlbar werden zu lassen, machen Liebe und Respekt der Autorin gegenüber dem Geschöpf Katze sichtbar. Wann, wie oft, wie viel gefüttert werden sollte, wird auch unter dem Gesichtspunkt: „Fressen sättigt nicht nur, es erfüllt auch das Unterhaltungsbedürfnis“ der Katze ausführlich abgehandelt. Die Trinkgewohnheiten münden in eine Bauanleitung für eine katzengerechte Oase im Wohnzimmer. Das wichtige Thema Katzentoilette bietet mit den Unterpunkten Anzahl, Größe, Standort und Einstreu alles Wissenswerte, um das mit Abstand häufigste Verhaltensproblem der Katze ursächlich anzugehen. Da es schwerfällt, von der Katze zerstörte Einrichtungsgegenstände als künstlerische Installationen zu begreifen, bietet die Autorin „Anregungen für kultiviertes Kratzmarkieren in der Wohnung“ um derartige Vernissagen zukünftig zu verhindern.

Da Freigänger „mit Selbstversorgungsauftrag“ beinahe den halben Tag mit Aufgaben der Jagd beschäftigt sind, muss dem Aus- und Erleben des Jagdverhaltens auch für Wohnungskatzen Rechnung getragen werden. Deshalb nehmen diverse Spiele und Spielanleitungen, die diese Vorgaben erfüllen, breiten Raum ein. Um auch in kleineren Wohnungen Katzen ein ausreichend großes Revier anbieten zu können, wird ein Konzept zur Schaffung der „dritten Dimension“ vorgestellt. Verschiedene Bauvorschläge für einen Klettergarten in der Wohnung sind so gehalten, dass gerade ungenutzte Nischen plötzlich ausreichend Raum für Klettertouren oder auch erhöhte und versteckte Ruheplätze bieten.
Unter dem Thema Gesundheit zeigt die Autorin die Möglichkeiten moderner Tiermedizin auf und liefert Beschreibungen der wichtigsten Katzenkrankheiten. Auch auf die körperlichen und geistigen Veränderungen der alternden Katze wird eingegangen, Gedanken zum Ende eines Katzenlebens werden dabei nicht ausgespart.

Was immer keiner glauben will, wird im letzten Kapitel des Buches geboten. Unter der Überschrift „Und man kann sie doch erziehen!“ erhält der Leser die Tipps des „gewusst – wie“. Wenn etwas an diesem Buch zu bemängeln ist, dann nur die Aufmachung. Etwas selbstgestrickt, eher amateurhaft mit leider nur wenigen Abbildungen ist es leicht zu übersehen. Und das ist schade! Der Inhalt dieses Buch ist der derzeitige Maßstab, an dem vergleichbare Bücher sich werden messen lassen müssen. Vielleicht – hoffentlich kann diese Buchbesprechung zur gebührenden Verbreitung von „Miez, Miez – na komm!“ beitragen.

Denn:
Wenn Sie Katzen lieben, werden Sie dieses Buch lieben –
Wenn Sie Katzen bisher noch nicht geliebt haben,
wird die Lektüre des Buches Sie überzeugen!