Let´s talk Cat!

Miez, Miez - na komm!Wie schnell doch die Zeit vergeht….
Seit dem Erscheinen der Erstauflage des Katzenbuches „Miez, Miez, ….na komm“ empfehle ich Patientenbesitzern und Freunden dieses kleine Büchlein als Pflichtlektüre. An meiner 2002 auf www.vet-doktor.de verfassten Rezension muss ich nach all den Jahren nichts ändern. Es ist das Buch für Katzenhalter und solche, die es erst werden wollen.

Let’s talk Cat!
Sabine Schroll liefert mit ihrem Buch „Miez, Miez – na komm“ den „grammatikalischen“ Hintergrund, nicht nur zum Verstehen der Katzensprache, sondern vielmehr zum Verständnis der Spezies Katze.
Auf 189 Seiten setzt die Autorin sich kritisch mit der Frage nach einer artgerechten Katzenhaltung in der Wohnung auseinander. Aufgrund ihres Fachwissens und ihrer Erfahrung als Tierärztin mit dem Schwerpunkt Verhaltensberatung und Therapie kann sie Ideen vorstellen, die ein verantwortungsvolles und harmonisches Miteinander von Katze und Mensch auch unter den beengten räumlichen Verhältnissen einer Wohnungshaltung ermöglichen. Zuerst wird ganz allgemein das Für und Wider der Katzenhaltung abgewogen, dann hilft die Autorin mittels Vorstellung der verschiedenen Katzentypen bei der Auswahl der „passenden“ Katze. Gerade die gelungenen Gegenüberstellungen von Rassekatze/Hauskatze, Kater/Kätzin, jung/alt, Erstbesitz/ Secondhand helfen dem zukünftigen Katzenbesitzer, zu überprüfen, ob sich einerseits seine Erwartungen an das Haustier Katze erfüllen können und er andererseits auch bereit ist, den Bedürfnisse des Haustieres Katze Rechnung zu tragen.

Um zu verdeutlichen, wie Katzen ihre Umgebung erleben, werden die Sinnesorgane der Katze vorgestellt. Der Leser erfährt, dass Katzen anders als wir, „Bilder nicht nur sehen, sondern auch hören“ können. Um Katzen besser verstehen zu können werden dann sowohl stimmliche, als auch körperliche Ausdrucksmöglichkeiten beschrieben. Der Versuch, „ein (für uns) lautlose Miau“ hörbar, bzw. fühlbar werden zu lassen, machen Liebe und Respekt der Autorin gegenüber dem Geschöpf Katze sichtbar. Wann, wie oft, wie viel gefüttert werden sollte, wird auch unter dem Gesichtspunkt: „Fressen sättigt nicht nur, es erfüllt auch das Unterhaltungsbedürfnis“ der Katze ausführlich abgehandelt. Die Trinkgewohnheiten münden in eine Bauanleitung für eine katzengerechte Oase im Wohnzimmer. Das wichtige Thema Katzentoilette bietet mit den Unterpunkten Anzahl, Größe, Standort und Einstreu alles Wissenswerte, um das mit Abstand häufigste Verhaltensproblem der Katze ursächlich anzugehen. Da es schwerfällt, von der Katze zerstörte Einrichtungsgegenstände als künstlerische Installationen zu begreifen, bietet die Autorin „Anregungen für kultiviertes Kratzmarkieren in der Wohnung“ um derartige Vernissagen zukünftig zu verhindern.

Da Freigänger „mit Selbstversorgungsauftrag“ beinahe den halben Tag mit Aufgaben der Jagd beschäftigt sind, muss dem Aus- und Erleben des Jagdverhaltens auch für Wohnungskatzen Rechnung getragen werden. Deshalb nehmen diverse Spiele und Spielanleitungen, die diese Vorgaben erfüllen, breiten Raum ein. Um auch in kleineren Wohnungen Katzen ein ausreichend großes Revier anbieten zu können, wird ein Konzept zur Schaffung der „dritten Dimension“ vorgestellt. Verschiedene Bauvorschläge für einen Klettergarten in der Wohnung sind so gehalten, dass gerade ungenutzte Nischen plötzlich ausreichend Raum für Klettertouren oder auch erhöhte und versteckte Ruheplätze bieten.
Unter dem Thema Gesundheit zeigt die Autorin die Möglichkeiten moderner Tiermedizin auf und liefert Beschreibungen der wichtigsten Katzenkrankheiten. Auch auf die körperlichen und geistigen Veränderungen der alternden Katze wird eingegangen, Gedanken zum Ende eines Katzenlebens werden dabei nicht ausgespart.

Was immer keiner glauben will, wird im letzten Kapitel des Buches geboten. Unter der Überschrift „Und man kann sie doch erziehen!“ erhält der Leser die Tipps des „gewusst – wie“. Wenn etwas an diesem Buch zu bemängeln ist, dann nur die Aufmachung. Etwas selbstgestrickt, eher amateurhaft mit leider nur wenigen Abbildungen ist es leicht zu übersehen. Und das ist schade! Der Inhalt dieses Buch ist der derzeitige Maßstab, an dem vergleichbare Bücher sich werden messen lassen müssen. Vielleicht – hoffentlich kann diese Buchbesprechung zur gebührenden Verbreitung von „Miez, Miez – na komm!“ beitragen.

Denn:
Wenn Sie Katzen lieben, werden Sie dieses Buch lieben –
Wenn Sie Katzen bisher noch nicht geliebt haben,
wird die Lektüre des Buches Sie überzeugen!

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